Hunde-Homepage von Sandy

Das Problem mit den anderen Hunden

Sandy hatte von Anfang an ihre Probleme mit anderen Hunden. Besonders auf kleine Rassen, Welpen und sehr unsichere Hunde reagiert sie ziemlich allergisch und zeigte immer wieder eine Art Mobbingverhalten.
Jeder, der selbst Erfahrungen mit solchem Verhalten hat, weiß, dass man als Halter selbst irgendwann verkrampft und am liebsten jede Hundebegegnung vermeiden würde, aber das macht es natürlich nur noch schlimmer.
Es wurde also höchste Zeit, etwas zu unternehmen, damit nicht jeder Spaziergang zu einem Spießrutenlauf wird.

Lösungsansätze

Eine große Hilfe waren mir die Bücher "Der Wolf im Hundepelz" von Günther Bloch und "Das andere Ende der Leine" von Patricia B. MacConnell. Beide Bücher finde ich absolut empfehlenswert. Patricia MacConnell mit ihren Ausführungen über Primaten- und Canidenverhalten hat mir viele neue Perspektiven aufgezeigt.
Ich lernte, wie man zur souveränen Leitfigur wird und seinem Hund Sicherheit und Vertrauen vermittelt. Der mir ohnehin von Anfang an unbehagliche Kasernenton war ab sofort passé; statt dessen bemühte ich mich um eine konsequente, ruhige und liebevolle Art.

Jede Erziehungsmethode ist umstritten. Es gibt Hundehalter, die ausschließlich mit positiver Verstärkung arbeiten und Fehlverhalten ignorieren. Davon halte ich nichts, denn es gibt genug Situationen, die einen Tadel, ein Abbruchsignal oder eine negative Verstärkung erfordern. Nicht falsch verstehen - ich würde Sandy niemals schlagen!

Während ich mich mit meinen Büchern beschäftigte, bemerkte ich schließlich etwas, das mir bislang total entgangen war, nämlich dass Sandy in Sachen Kommunikation mit anderen Hunden ein Trampel war. Turid Rugaas' Buch und Film "Calming Signals" öffneten mir die Augen. Zwar zeigte Sandy durchaus eine Reihe der beschriebenen Beschwichtigungssignale sowohl Menschen als auch Hunden gegenüber, aber einige Höflichkeitsregeln bereiteten ihr offenbar Schwierigkeiten.
Seit mir dieses Problem bewusst ist, versuche ich bei jeder Begegnung genau auf ihr Verhalten zu achten und lobe sie für jede kleine höfliche Geste. Sobald ich merke, dass sich eine Spannung aufbaut, gehe ich weiter und rufe sie heran, und ich habe den Eindruck, dass sie darüber eigentlich immer ganz froh ist. Dadurch hat sich die Lage schon sehr entspannt - kein Vergleich mehr zu den Anfangszeiten.
Allerdings prescht sie bis heute oft im Jagdgalopp auf fremde Hunde zu und bremst erst kurz vor deren Nasen, anstatt einen höflichen langsamen Bogen zu laufen. Höflich ist sie halt nicht. Sie ist eine Rüpeline.

Die langsame Gewöhnung an andere Hunde

Da mein Freund Uwe Sandy am Wochenende am Fahrrad ausführt, waren Hundebegegnungen unvermeidlich. Sie hatte dann aber die Wahl, sich mit anderen Hunden anzulegen und den Anschluss an das Fahrrad zu verlieren oder aber die anderen Hunde zu ignorieren und mitzulaufen. Da sie regelrecht in Panik verfällt, wenn wir außer Sichtweite sind, fiel ihre Wahl immer auf "Anschluss behalten".
Ganz allmählich wurden andere Hunde immer weniger zum Problem, und so wagten wir schließlich die "Meisterprüfung" mit ihr. Wir fuhren nach Witten an die Ruhr zu einem Abschnitt, an dem jeder Fußgänger mindestens einen Hund mit sich führt. Dort ließen wir sie dann laufen, und zu unserer großen Freude konnten wir feststellen, dass Sandy Konfrontationen nun vermied. Selbst ein kleiner frecher Jack-Russell-Terrier, der sie wild kläffend und schnappend verfolgte, brachte sie kaum aus dem Konzept. Zwar knurrte sie zurück, ließ sich jedoch von uns sofort abrufen und somit aus der Situaton herausholen. Auch "Bei Fuß" ohne Leine klappte trotz der anderen Hunde.
Sandy spielt nur selten mit anderen Hunden - wenn sie es tut, dann auf eine ziemlich derbe Art und Weise. Es gibt nur wenige Spielpartner, die das mögen. Zeigt ein anderer Hund Angst und gibt ihr nicht das zurück, was sie austeilt, wird sie oft sauer, und dann wird es für mich höchste Zeit, das Spiel abzubrechen. Glücklicherweise lässt sie sich meistens gut ablenken.
Hat sie aber erstmal einen Hund gefunden, der genauso gern wild tobt, hat man als Zuschauer mindestens genauso viel Spaß wie sie.

Hunde beim Spielen

 

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