Arthrose beim Hund – was kann man tun?

Arthrose ist eine bei Hunden häufig vorkommende degenerative Gelenkerkrankung, die meistens bei älteren Tieren auftritt, genausogut aber auch jüngere treffen kann. Unser erster Familienhund, der Deutsche Schäferhund Aiko, hatte bereits mit einem Jahr so schlimme Arthrose, dass zeitweise eine Amputation im Raum stand. Dies musste glücklicherweise dann doch nicht sein, aber er wurde operiert und musste sein Leben lang Medikamente bekommen.

Bei Sandy trat die Arthrose als typische Alterserkrankung auf. Da sie außerdem noch am Cauda Equina Syndrom litt, war es manches Mal schwierig zu unterscheiden, woher ihre Probleme nun kamen.

Auch bei Neri wurde Arthrose festgestellt, die dann wohl zu einem Kreuzbandanriss führte. Dazu werde ich bei Gelegenheit auch noch einen Artikel schreiben. Hier aber soll es um die Arthose beim Hund gehen und darum, wie man ihm das Leben erleichtern kann.

Aber ich möchte auch an dieser Stelle betonen, dass ich nur ein Laie bin, der seine Erfahrungen teilt. Ich setze voraus, dass bei eurem Hund eine gesicherte Diagnose durch einen Tierarzt erfolgt ist und ihr zusätzliche Behandlungsmethoden immer mit ihm/ihr oder einem/r Tierphysiotherapeuten/in oder Tierheilpraktiker/in abklärt. Jeder Hund ist individuell, und außerdem maße ich mir nicht an, hier eine vollständige Liste von dos and don'ts zu präsentieren.

Schmerzmittel oder nicht?

Sicherlich wird der Tierarzt bei akuten Arthroseschmerzen dem Hund ein Schmerzmittel verordnen, und das halte ich auch für richtig. Mein Ziel war es immer, dieses Medikament möglichst nur dann einzusetzen, wenn es notwendig ist und hilft, langfristig aber die Gabe reduzieren und eventuell auch zeitweise absetzen zu können.

Generell zeigen sich Arthroseschübe oft wetterabhängig. Das werden euch menschliche Patienten bestätigen können, und wenn ihr jemanden kennt, dann hört doch da mal nach und vergleicht, wie es eurem Hund aktuell geht. Ich habe eine Hundefreundin, die mir immer wieder zuverlässig meinen Eindruck bestätigen konnte, wenn es Sandy phasenweise besser oder schlechter ging. Nasskaltes Winterwetter sorgt oft für Schmerzschübe, während es vielen Arthrosepatienten im Sommer deutlich besser geht.

Sandy bekam Cimalgex. Nach Rücksprache mit unserem Tierarzt gab ich es ihr immer dann, wenn sie schlechter lief, für mindestens eine Woche, denn das Präparat ist kein reines Schmerzmittel, sondern auch ein Entzündungshemmer, der erst mal eine gewisse Anlaufzeit braucht, um zu wirken. Ebenfalls mit Rücksprache setze ich die volle Dosis nicht einfach von heute auf morgen ab, sondern reduzierte die Gabe. Auf die Hälfte, dann auf ein Viertel. In Sandys letzten beiden Wintern bekam sie Cimalgex zwar nahezu durchgehend, aber wochenlang mal auch nur in halber oder Viertel-Dosierung. Das war deswegen möglich, weil ich zusätzlich noch alles mögliche tat, um ihre Schmerzen zu lindern.

Wie du deinem von Arthrose geplagten Hund helfen kannst

1. Gewicht: Bitte bloß kein Übergewicht!

Übergewicht ist eine kleine Katastrophe bei Arthrose. Jedes Gramm zu viel belastet die Gelenke und Knochen zusätzlich. Ich weiß, dass viele Hundehalter Schwierigkeiten damit haben, ihren Hund abspecken zu lassen, weil er ihnen "so leid tut". Ehrlich gesagt ist das ein Punkt, den ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Ich finde es wirklich nicht schwierig, bei meinen Hunden konsequent zu sein - ich weiß ja, wofür das gut ist. Ich bin niemand, der das Futter abwiegt, sondern mache alles nach Augenmaß. Und ja, meine Hunde dürfen auch mal über die Stränge schlagen. Aber wenn ich sehe, dass da eine Taille nicht mehr ganz so schmal ist, gibt's ein Kontrollwiegen, und dann achte ich in den nächsten Wochen auf eine Futterreduzierung. Es gibt dann weiterhin Leckerlis (wobei ich damit allgemein recht sparsam bin und das in der Regel auf Trainingszwecke beschränke), aber dafür dann einen Tick weniger Frühstück und weniger Abendbrot. Da tun mir meine Hunde auch nicht leid.
Wie ich schon an anderer Stelle schrieb: Sandy war bis ins Alter immer sehr schlank. So schlank, dass der Tierarzt mir mal sagte, dünner dürfe sie nicht werden (wobei sie gleichzeitig ein Kraftpaket war), aber er unterstütze das voll. Ein Hund mit Hüftgelenksdysplasie sollte lieber einen Tick zu dünn als zu dick sein. Im Alter waren wir da nicht mehr ganz so streng, zumal sie phasenweise etwas futtermäkelig wurde.

2. Bewegung

Auch wenn das Aufstehen vielen Arthrose-Patienten manchmal schwer fällt - einmal in Bewegung läuft es sich dann in der Regel gut. Bälle apportieren oder wilde Raufspiele sind in einer akuten Arthrose-Phase sicherlich nicht die Art von Bewegung, die dem Hund gut tun. Je nach Alter und Trainingszustand sollte der Hund in moderatem Tempo laufen, auch langsames Laufen am Fahrrad ist individuell möglich, aber natürlich nicht bei jedem Hund angeraten. Niemand würde einen übergewichtigen Senior von jetzt auf gleich ans Fahrrad hängen. Hoffe ich!!

Wenn ihr die Möglichkeit habt: Schwimmen, schwimmen, schwimmen! Das kräftigt die Muskulatur, was der Arthrose zu Gute kommt, und ist gleichzeitig gelenkschonend. Auch regelmäßiges Training auf dem Unterwasserlaufband ist super, wenn auch natürlich ein wenig kostenintensiver.

3. Nahrungsergänzung bei Arthrose

Hier werde ich euch nun auflisten, was Sandy zur Unterstützung bekam. Sofern möglich, habe ich euch die Produkte direkt bei Amazon* verlinkt. Alles ist frei verkäuflich, alles ist - richtig dosiert - unschädlich. Ich kann nicht beurteilen, was davon am besten hilft oder auch vielleicht gar nicht. Mir ging es darum, alles zu tun, was mir möglich ist und den maximalen Nutzen ohne Risiko zu bekommen. Fachkundigen Rat hierzu solltet ihr von einer/m qualifizierten Tierheilpraktiker/in und beim Tierarzt bekommen. Wobei ich einschränkend sagen muss, dass nicht jeder Tierarzt in dieser Richtung bewandert ist und ich es manches Mal erlebt habe, dass gar nicht alles bekannt war von dem, was ich Sandy gegeben habe.

Die von mir verwendeten Zusätze sind aus der Naturheilkunde und/oder auch Präparate, die ebenfalls im Humanbereich angewendet werden. Der Homöopathie stehe ich skeptisch bis kritisch gegenüber, wobei ich einräumen muss, dass wir mit einem homöopathischen Präparat merkbare Verbesserungen im Krebsgeschehen bei Sandys Mastzelltumor feststellen konnten.

  • Collagile Dog. Kollagen-Präparat in Pulverform, ausführliche Infos habe ich in meinem Artikel über Collagile zusammengefasst.
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  • Cannapur. Ein Vollspektrum-CBD-Öl, das zwar deutlich teurer ist als andere CBD-Öle, aber deutlich besser wirksam ist. War eine Empfehlung besagter Hundefreundin mit Arthrose, die es selber nimmt und ihre Schmerzmittel dadurch fast ganz absetzen konnte. Cannapur bekommt ihr nur über Online-Direktvertrieb, manchmal ein paar Euro günstiger bei Ebay.
  • Hagebuttenpulver. Vitamin-C-Lieferant, soll schmerzlindernd, entzündungshemmend und knorpelschützend sein. Ich verabreiche Hagebuttenpulver als Kur ein paar Wochen lang und lege dann immer wieder eine Pause ein. Über die Dosierung von Hagebuttenpulver gibt es unterschiedliche Angaben. Sandy mit ca. 23 kg bekam etwa einen Drittel Teelöffel. Sookie mit knapp 10 kg bekommt eine Messerspitze.
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  • Teufelskralle. Teufelskralle ist als Hilfe aus der Natur bei Arthrose relativ geläufig. Es soll Gelenkschmerzen lindern - allerdings nicht sofort. Die Wirkung tritt erst nach ein paar Wochen ein. Ganz ohne ist die Pflanze nicht; Nebenwirkungen sind möglich, daher bitte hier besonders mit Bedacht und Rücksprache vorgehen. Meines Wissens nach sollte die Gabe von Teufelskralle maximal über drei Monate erfolgen und dann pausiert werden. Üblich sind zunächst 4-6 Wochen. Bei Humanpräparaten rechne ich die empfohlene Dosis grob aufs Gewicht um. D. h. werden für einen Erwachsenen 3 Kapseln empfohlen, gebe ich bei 20 kg Hund eine.
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  • Grünlippmuschelpulver. Das war die erste Nahrungsergänzung, die ich je für Sandy gekauft habe - und zwar bereits in noch jungem Alter mit ca. zwei Jahren. Sie hat es ihr ganzes Leben lang bekommen, d.h. man kann es unbesorgt durchgehend geben, daher ist es durchaus sinnvoll, mit größeren Verpackungseinheiten zu arbeiten. Grünlippmuschelpulver ist wie die Teufelskralle ein bekanntes Präparat bei Arthrose. Außer sehr seltenen Unverträglichkeiten sind hier jedoch meines Wissens nach keine Nebenwirkungen zu befürchten.
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  • Kurkuma/Curcuma. Zur Wirksamkeit von Curcumin bei Arthroseschmerzen gibt es mittlerweile mehrere Studien, die diese bestätigen. Die Dosierung sollte vorsichtig erfolgen; je nach Gewicht eine kleine bis große Messerspitze, nach Gewöhnung auch geringfügig mehr. Kurkuma ist verdauungsfördernd, kann aber bei Überdosierung Magen-Darm-Probleme verursachen.
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  • Leinöl. Ich habe mich für dieses Öl entschieden, um die guten Omega-3-Fettsäuren zu ergänzen. Sie wirken entzündungshemmend. Auch Lachsöl wird hierfür gern empfohlen; ich bin da allerdings skeptisch wegen möglicher Schadstoffe, die über den Fisch ins Öl gelangen.
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Diese Lebensmittel solltest du bei Arthrose-Hunden meiden

  • Gezuckerte und fette Milchprodukte
  • Nudeln, Brot/Brötchen
  • geschälter Reis

Magerquark und Hüttenkäse sind als hochwertige Proteinquellen geeignet.

 

Kälte oder Wärme bei Arthrose?

Darauf gibt es keine eindeutige Antwort. Bei einem akut entzündlichen Prozess ist Wärme kontraproduktiv. Bei chronischem Arthroseschmerz wird Wärme aber von vielen als wohltuend empfunden. Dein Hund kann dir dazu natürlich nichts sagen, aber er wird es dir zeigen. Ich habe ein regulierbares Heizkissen* gekauft, das obendrein sehr leicht und weich ist, und es Sandy auf kleinster Stufe aufgelegt. Wenn sie das tolerierte, habe ich die Temperatur auf ein angenehm warmes Maß erhöht. Oft blieb sie so lange liegen, bis ich es wieder ausschaltete (maximal 30 Minuten).  Manchmal aber stand sie auf und suchte sich einen anderen Platz; dann habe ich es für diesen Tag gelassen.

Ihr solltet ein Heizkissen immer vorher an euch testen, wie warm es auf welcher Stufe wird und wie gut sich das dauerhaft anfühlt, sprich - ob es nicht zu warm wird. Außerdem solltet ihr natürlich die ganze Zeit dabei bleiben, denn immerhin handelt es sich im ein elektrisches Gerät.

Kälte hingegen hilft bei Entzündungen. Wenn ihr euch unsicher seid, was eurem Hund gerade am besten hilft, fragt dazu euren Tierarzt oder einen Tierphysiotherapeuten.

Auch hier am Ende dieses Artikels möchte ich noch einmal ausdrücklich klarmachen, dass ich nach bestem Wissen und Gewissen meine persönliche Erfahrungen weitergeben möchte, aber keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit erhebe. Bitte lasst euch immer von einem Profi unterstützen und holt euch dort Rat ein. Das gilt ganz besonders für alle Produkte, die bei Überdosierung oder Unverträglichkeit Nebenwirkungen haben können. Bitte lest euch die Packungsbeilagen immer gründlich durch.

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