Wasserscheu: Der furchterregende Gartenschlauch

Vier Jahre im Tierheim lassen einen Hund eben nicht gerade wie eine Blumenwiese duften... Aber leider hatte Kari panische Angst vor dem Gartenschlauch, so dass es uns nicht möglich war, ihn mal richtig zu duschen. Sobald er den Gartenschlauch nur sah, legte er den Rückwärtsgang ein. Durch nichts war er dazu zu bewegen, sich ihm zu nähern. Er flüchtete - auch vor mir, aus Angst, ich könnte ihn zwingen.

Wir vermuten, dass er im Tierheim schlechte Erfahrungen mit dem Schlauch gemacht hat; vielleicht hat ihn ein harter Wasserstrahl getroffen, vielleicht wurde er im Winter bei Eiseskälte durchnässt? Zuallererst brauchte er natürlich Zeit, um überhaupt Vertrauen zu fassen.

Ich begann schließlich damit, ihn mit einem weichen Lappen und einem Eimer Wasser ein wenig "abzuwaschen". Das tat ich zunächst nicht unbedingt, um seinen Geruch zu bekämpfen, sondern um ihn generell an die Wäsche zu gewöhnen.

Das erste Mal duschen

Am 17. September 2014, dreieinhalb Monate nach seinem Einzug bei uns, bekam Kari endlich seine erste richtige Dusche. Mein Gefühl sagte mir, dass er mir nun genug vertraut, und so lockte ich ihn mit Leberwurst in die Dusche, ging mit hinein und ließ zunächst das Wasser einfach neben ihm laufen, ohne etwas zu tun. Die Duschtüren waren dabei geschlossen, denn sonst hätte er beim ersten Tropfen sicher gleich Reißaus genommen.

Ich streichelte ihn, redete ruhig mit ihm und fing dann langsam an, seine Beine nass zu machen. Er fand das alles wirklich doof, machte aber weniger Aufstand als befürchtet. Dann wurde er ordentlich einge"seift" (seifenfreie, parfümfreie Wasch-Lotion) und schließlich gründlich abgeduscht. So richtig entspannt war er nicht, aber er ließ es geschehen. Anschließend bekam er noch mal Leberwurst und eine ausgiebige Handtuch-Trockenstreichel-Massage. (Und ich eine trockene Hose.)

Nach dieser Dusche fühlte sich sein Fell gleich viel besser an. Und ich hatte endlich das Gefühl, nicht nur einen, sondern zwei saubere Hunde zu haben.

Gewöhnung an den Gartenschlauch

Mit viel Geduld und Schritt für Schritt konnten wir ihn auch an den Gartenschlauch gewöhnen.

Ich begann zunächst damit, ihn – mit Sicherheitsgeschirr angeleint – zum Gartenschlauch zu führen und in der Nähe ausgiebig zu streicheln, ohne dass Wasser floss. Leckerchen gab es natürlich auch und viele liebe Worte.

Der nächste Schritt war, nach einer Weile in dieser Situation den Gartenschlauch minimal aufzudrehen, wobei das Wasser dann aber in eine andere Richtung floss. Anfangs war es schon das Geräusch des fließenden Wassers, das ihn flüchten lassen wollte, aber er konnte ja nicht.

Nachdem er auch diese Übung halbwegs entspannt mitmachte, nahm ich den Gartenschlauch in die Hand und machte ganz langsam seine Pfoten ein wenig nass. Wichtig dabei war, dass ich ständig den Körperkontakt mit ihm aufrecht erhielt, ihn streichelte und auch immer wieder Leckerchen gab. Das konnte ich dann am Ende so weit steigern, dass ich ihn komplett nass machen konnte.

Solche Übungen sollte man immer entspannt beenden, also mit einem Erfolgserlebnis.

Ich glaube auch, dass Sandy einen Teil zur Wassergewöhnung beitragen konnte, denn er hatte immer wieder Gelegenheit zuzusehen, wenn sie abgeduscht wurde.

Kari und Wasser - in diesem Leben werden sie keine Freunde mehr. Aber wir sind stolz auf ihn, dass er sich immerhin bis zum Bauch in Gewässer traut und wir ihn bei großer Hitze nass machen dürfen. Mehr muss ja auch gar nicht sein.

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