Die Therapie des Mastzelltumors ohne Operation

Die ganze Geschichte zur Diagnose des Mastzelltumors bei Sandy habt ihr vielleicht schon gelesen. Nun sind etliche Monate vergangen, und es geht ihr aktuell immer noch gut. In dieser Zeit habe ich gelernt, dass es nicht nichts gibt, was man tun kann. Meine Erfahrungen möchte an euch weitergeben. Vielleicht hilft es einem anderen Hund.

Beachtet dabei bitte immer, dass ich selbst medizinischer Laie und nur Patientenbesitzerin bin. Ich werde vielleicht nicht alles 100% richtig erklären. Und ich kann euch keinen medizinischen Rat geben. Was ihr aber tun könnt, ist, den richtigen Tierarzt zu suchen und mit ihm über mögliche Therapien des Mastzelltumors zu sprechen.

Ist beim Mastzelltumor eine Heilung möglich?

Während ich diese Zeilen eintippe, ist es Februar 2019. Seit der Diagnosestellung sind zehn Monate ins Land gegangen. Monate mit Momenten der Verzweiflung, wenn Sandys linke Gesichtshälfte binnen weniger Stunden so stark anschwoll, dass es sie regelrecht entstellte. Aber auch mit Momenten der Hoffnung, wenn eine solche Schwellung am nächsten Tag wieder komplett verschwunden war. Und immer wieder zwischendurch nach intensivem Beäugen des Knubels: Ist er nicht vielleicht doch kleiner geworden?

Seit einer Weile ist der Knubbel dauerhaft kleiner als sonst. Ich sehe das, mein Mann sieht das. Wir haben dafür mittlerweile wirklich einen Blick. Der Tumor hat eine "normale" Größe, so etwas wie ein Durchschnitt - oder auch die Größe, die er eben die meiste Zeit hat, wenn er nicht kurzzeitig anschwillt oder etwas kleiner wird. Und Sandys Mastzelltumor ist nun definitiv im Normalzustand kleiner als sonst.

Die Hoffnung, dass er ganz verschwindet, habe ich mittlerweile aufgegeben. Es ist aber durchaus möglich - und das wäre fast so gut wie ein völliges Verschwinden - dass er abgekapselt ist und keine Metastasen bildet.

Der Mastzelltumor ist ein wenig kleiner geworden. Stand: 13.09.2018

Organpeptidtherapie und Naturheilkunde beim Mastzellentumor

Unser Stamm-Tierarzt hatte mir ja bei der Diagnose zugestimmt, dass eine Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie bei Sandy nicht in Frage kommt. Aus tierärztlicher Sicht war das Thema damit erledigt - dachte ich. Bis mir gleich mehrere Hundeleute einen Tierarzt in Dortmund empfahlen, der zusätzlich naturheilkundlich unterwegs ist: Tierarzt Dr. med. vet. Thomsen. Wir bekamen zügig einen Termin, bei dem ich mit ihm eigentlich über Spinnengift (Tarantula Cubensis) sprechen wollte.

Dr. Thomsen untersuchte Sandy eingehend und erklärte mir dann sehr ausführlich alle Möglichkeiten, die er für sinnvoll hielt. Er kam letztlich zu dem Schluss, dass wir mit dem Spritzen des Präparates NeyDIL 66 Revitorgan beginnen sollten. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Organpeptidtherapie. Musste ich auch googeln und ist etwas unappetitlich: Es handelt sich um ein Eiweißpräparat aus verschiedenen Organen von Föten und Jungtieren von Schweinen und Rindern. Es soll wie eine Art Frischzellenkur wirken.

In den ersten Wochen bekam Sandy zwei Spritzen wöchentlich, die ich ihr zu Hause selbst verabreichen durfte. Das kostete beim ersten Mal große Überwindung, aber mittlerweile mache ich das ganz entspannt. Sie macht es mir aber auch leicht, da sie nicht mal mit der Wimper zuckt.

Außerdem bekamen wir fürs Futter Detox-Kautabletten. Ansonsten, so sagte er, würde ich ja schon alles richtig machen (dazu gleich mehr).

Ich muss sagen, ich bin mehr als skeptisch, was die Homöopathie angeht. Naturheilkunde ist eine andere Sache; das ist für mich plausibel. Nun könnte man sagen: Warum machst du es, wenn du nichts davon hältst? Ganz einfach, weil ich etwas machen MUSS. Und weil ich gerne einfach mein Vertrauen schenke, wenn ich das Gefühl habe, dass jemand weiß, was er tut. Wenn es nur eine geringe Chance gibt, wie könnte ich sie vergeben?

Alle zehn Wochen werden wir aktuell zur Kontrolle und Besprechung bei Dr. Thomsen vorstellig. Beim letzten Termin war er hoch zufrieden mit Sandy und ihrem Gesamtzustand. Sie hat eine gute Figur, die Muskulatur ist okay (das Cauda Equina Syndrom ist unsere andere Baustelle), und vor allem: Der Tumor ist insgesamt kleiner geworden. Seine Aktivität hat abgenommen. Das bedeutet: Vor Beginn der Therapie veränderte er sehr oft seine Größe, manchmal zwei Mal pro Woche. Zwischendurch blieb er tagelang groß. Das ist nun nicht mehr so. Die Schwellung kommt schnell und klingt auch schnell wieder ab, im Schnitt nur noch alle zwei Wochen.

ABM Heilpilz (Agaricus Extrakt Kapseln)

Unsere tolle Tierphysiotherapeutin Nina Schwarz aus Castrop-Rauxel empfahl uns außerdem die Gabe des ABM-Heilpilzes, da sie selbst damit schon gute Erfahrungen gemacht hatte. Nach Rücksprache mit Dr. Thomsen ist die Kombination von allem ok, und daher kaufe ich den Agaricus nun auch noch. Sie bekommt davon vier Kapseln täglich, aufgeteilt morgens und abends je zwei. Ich öffne die Kapseln und streue den Inhalt über das Futter, weil sie größere Tabletten gern höchst geschickt aussortiert.

Ganz ehrlich, ich weiß nicht, ob es die Spritzen sind oder die Öl-Eiweiß-Kost oder der Heilpilz. Oder eine Kombination. Im Grunde ist es mir auch egal, Hauptsache, es funktioniert. Wir haben eine Chance, sie nicht an den blöden Krebs zu verlieren. Ich habe schon kaum zu hoffen gewagt, mit ihr ins Jahr 2019 zu gehen, und nun ist sie immer noch da. Und ihre gesundheitliche Tendenz geht seit einer Weile  aufwärts. Bei einem vierzehn Jahre alten Hund!

Agaricus Extrakt Kapseln von Hawlik*

Unsere Krebs-Therapie

Beeren in der Krebstherapie
Beerenmischung von Lidl

Ich möchte euch also hier noch einmal zusammenfassen, was wir tun, um den Tumor in Schach zu halten. Das ist sicherlich nicht DIE Methode, nicht das Nonplusultra, und wenn jemand noch einen Tipp hat, was man besser oder anders machen kann - gern!

Ernährung

  • Fleisch: gekocht, gebraten, gebacken oder aus der Dose (reine Fleischdosen zu bezahlbaren Preisen gibt es z. B. von Rocco), Innereien (Leber und Herzen brate ich, frischen Pansen gibt's aus dem BARF-Shop)
  • Getreidefrei, glutenfrei, kohlenhydratarm (Kartoffeln, Reis etc. möglichst weglassen, dafür Gemüse). Zuckerfrei sollte auch bei gesunden Hunden selbstverständlich sein. Zucker soll den Krebs "befeuern" (ist nicht wissenschaftlich erwiesen, dennoch...), daher auch die Vorsicht mit den Kohlenhydraten!
  • Dem Futter beimischen: Quark, Hüttenkäse, püriertes Gemüse und/oder Obst im Wechsel, regelmäßig Beerenmischung (Himbeeren, Erdbeeren etc. - da gibt's eine tolle Mischung TK bei Lidl)
  • Täglich etwa 4 EL Leinöl ins Futter (bei 23 kg Körpergewicht). Ich bin selbst erstaunt, wie gut sie das verträgt; ggfs. Dosis gering beginnen und sehr langsam steigern, wenn ein Hund vom Leinöl Durchfall bekommt.
    Gelegentlich liest man als alternative Empfehlung Fischöl bzw. Lachsöl. Ich habe mich dagegen entschieden, weil ich Fisch generell aus der Ernährung gestrichen habe. Ich fürchte hier einfach die Schwermetall- und Schadstoffbelastung, was bei Tumorerkrankungen sicher erst recht kontraproduktiv ist.
  • Nahrungsergänzung vom Tierarzt: Detox-Kautabletten, eine täglich
    Nahrungsergänzung frei verkäuflich: ABM-Heilpilz, vier Kapseln täglich (2/0/2)
Leinöl bestelle ich immer über Amazon*.

Allgemeine "Therapie"-Tipps

Ein glücklicher und entspannter Hund hat dem Krebs mehr entgegenzusetzen als ein gestresster, gelangweilter oder trauriger Hund. Mach alles, was deinen Hund glücklich macht - schon deswegen, weil die Uhr jetzt lauter tickt. Geh nicht jeden Tag dieselben Wege mit deinem Hund. Probiert neue Strecken aus. Zeige ihm das Eichhörnchen auf dem Baum. Fahrt hinaus ins Grüne, und lauft durch den Bach (wenn die Temperaturen das hergeben). Schone deinen Hund nicht, nur weil er einen Tumor hat (es sei denn, er ist gerade nicht fit, aber das sollte klar sein). Laufen, spielen, mal joggen gehen, Ball werfen, andere Hunde treffen, in der Sonne liegen. Möglichst jeden Tag.

Und am Ende des Tages... Nicht einfach das Trockenfutter in den Napf schütten und fertig. Sei kreativ, sei abwechslungsreich bei dem, was du deinem Hund fütterst. Gerade jetzt braucht er ausreichend Vitamine und Mineralstoffe. Gutes Futter gibt Kraft und Energie. Abends gönne deinem Hund ein Wellness-Programm, so oft du kannst. Rückenmassagen, Pfötchen durchkneten, die Gelenke durchbewegen - vielleicht mag dein Hund sogar ein Massagegerät. Sandy hat tasächlich ein eigenes, dessen Verwendung sie sehr genießt.

Ich wünsche euren geliebten Patienten alles Gute und freue mich, wenn ihr ein paar Worte hinterlasst.

Günstig, leise und liegt gut in der Hand: Sandys Massagegerät*

Kommentare

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Kommentar von Jessica Fenchel |

Liebe Silvi,

Vielen lieben Dank für diese tolle Seite. Seit tagelanger Recherche im Internet ist Dein Beitrag nun der erste der mich nicht völlig aufgelöst in Tränen ausbrechen lässt. Meine Alma eine fast zehn jährige Old english Bulldogge hatte auch mehrere Knubbel am Körper die ich ihr operativ entfernen ließ. Das Resultat ein Knubbel war/ist ein Mastzellentumor Grad 2. Mein Herz hatte für einen Moment aufgehört zu schlagen, als mir der Tierarzt die Diagnose nannte. Nächste Woche bekommt sie noch ein Röntgen von der Lunge sowie ein Ultraschall der inneren Organe. Alma hat über Nacht nun einen Knubbel im Gesicht bekommen. Operieren werde ich sie aber nicht mehr, ich will ihr den Stress nicht mehr antun. Was mir in dieser unfassbar schlimmen Zeit hilft, ist Dein Beitrag. Es macht mir Hoffnung, dass Alma vielleicht auch so viel Glück hat wie Deine Sandy. Nach dem Detox werde ich nächste Woche gleich meinen Tierarzt fragen. Wie gibst Du Sandy die Beeren? Wirklich vielen lieben Dank für den Beitrag.

Liebe Grüße Jessi

Antwort von Silvi

Liebe Jessi,

ich danke dir sehr für deine lieben Worte und kann deine Gefühlslage total nachvollziehen. Ich kann mich gut erinnern, dass ich genauso verzweifelt war, als die Diagnose gestellt und ich sicher war, nichts tun zu können. Ich finde es aber auch ein Unding, dass viele Tierärzte nichts zu alternativen Behandlungsmethoden sagen. Da ist meiner sicherlich keine Ausnahme.

Ein Knubbel, der quasi über Nacht auftaucht, kann natürlich durchaus ein weiterer Mastzelltumor sein. Bei Sandy kam der auch so plötzlich, dass wir von einem Insektenstich ausgingen. Lässt du da eine Feinnadel-Biopsie machen? Ich würde dir weder zu- noch abraten. Ungewissheit ist nicht schlimmer als Gewissheit. Man weiß ja ohnehin nie, wohin das alles führt. Die Stärkung des Immunsystems ist das Wichtigste, was man tun kann.

Du fragst nach den Beeren: Ich gebe die gewünschte Menge in eine kleine Schüssel und stelle sie etwa eine Minute bei voller Power in die Mikrowelle. Dann sind sie schon leicht matschig. Optimalerweise pürierst du sie dann mit einem Pürierstab. Alternativ mit einer Gabel ordentlich durchmatschen. Aber Achtung: Die sind schon ordentlich sauer. Ich muss sie gut ins Nassfutter untermischen.

Es gibt bei Lidl auch TK Himbeeren - die sollen für die Krebstherapie ja auch super sein.

Ich wünsche deiner Alma von ganzem Herzen noch viele Jahre an deiner Seite!

Silvi mit Sandy, Kari und Sookie

Kommentar von Bettina Klees |

Liebe Silvi,
Vielen lieben Dank für die schnelle Antwort ich werde Ben auch jeweils 2 Kapseln morgens und abends geben, Ben ist für einen Berner recht klein er wiegt aktuell 33 kg.
Ich denke wenn mein TA vor 3 Jahren als der Tumor noch klein war die richtige Diagnose gestellt hätte, hätte ich auch operiert, aber jetzt nicht, zumal er es nicht möchte.
Ben und ich werden dieses Teil akzeptieren, auch wenn es mir schwer fällt, aber ich denke an ihn und wichtig ist das es ihm gut geht.
Mir ist wichtig das er gerne noch mit seinem Rudel läuft Spaß hat ins Wasser kann und schwimmt.
Ja es ist schon schlimm das mein Mann es nicht geschafft hat, ich sage mir immer er ist jetzt bei unserem 1. Berner Merlin der 22 Monate vor ihm gehen musste auch an Lungenkrebs, beide sind bestimmt im Himmel und passen auf uns auf.
Ich muss glücklich sein, dass Ben 2013 zu uns ins Auto gesprungen ist und sich sofort bei uns wohl gefühlt hat.
Ich werde berichten wie es bei uns weitergeht.
Liebe Grüße und alles alles Liebe für Sandy und den Rest der Rasselbande
Bettina & Ben

Kommentar von Bettina Klees |

Liebe Silvi,
Jetzt habe ich wieder etwas Hoffnung, auch mein Berner Sennenhund Ben hat einen Mastzelltumor, leider hatte meine alte Tierärztin das nicht erkannt.
Ich würde auf ihre Seite am Donnerstag aufmerksam gemacht von Susanna, sie kann mit Tieren ins Gespräch gehen und das hat sie mit Ben gemacht.
Ich habe direkt den Pilz bestellt und auch das Dexox bekomme ich vom Tierarzt wir beginnen ab Dienstag eine Kur mit pflanzlichem von Heel, gebarft wird Ben sowieso, Leinöl gibt es jetzt mehr ins Futter, Ben geht es noch sehr gut er tobt ist fröhlich, ich werde weder Chemotherapie noch OP machen weil er es auch nicht möchte. Was auch geben sind auch Beeren besonders Himbeeren, das kenne ich noch vom Krebs meines Mannes, der leider in 2014 verstorben ist, aber er hatte von 2004 bis 2012 noch tolle Jahre bis das der Krebs wieder erneut ausgebrochen ist, es folgten OP, Chemotherapie und Strahlen und das werde ich Ben nicht an tun.
Jetzt habe ich nur eine Frage wieviel Kapseln bekommt Sandy täglich ? Ich habe Ben heute 1 Kapsel geben. Ich würde mich riesig über eine Antwort freuen und bedanke mich für diese toll Seite. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass es Sandy gut geht und die Maus noch Freude und Spaß am Leben hat.
Viele liebe Grüße
Bettina & Ben

Antwort von Silvi

Liebe Bettina,

danke für deine Worte. Es tut mir sehr leid, dass du deinen Mann verloren hast.

Ich finde es auch sehr schwierig zu beantworten, ob man bei einem Hund die gleichen harten Geschütze auffahren sollte wie beim Menschen. Der Mensch kann sich nicht nur bewusst dafür oder dagegen entscheiden, sondern weiß ja auch während der Therapie, was passiert. Einem Hund kann man ja nicht erklären, warum er Schmerzen hat und dass es wieder vorüber geht. Ich würde für mich eine Operation bei einem jüngeren Hund (und einem operablen Mastzelltumor) nicht ausschließen. Aber diese Frage muss ich mir aktuell nicht stellen.

Sandy bekommt vier Kapseln des ABM-Heilpilzes täglich, zwei morgens, zwei abends. Ich werde das im Artikel noch ergänzen.
Ich ziehe die Kapseln immer auseinander und vermische das Pulver mit dem Futter, weil sie eine Meisterin darin ist, Tabletten auszusortieren.

Dir wünsche ich ebenso noch eine lange, glückliche Zeit mit Ben!

Liebe Grüße
Silvi mit Sandy, Kari und Sookie

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